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13 Tote bei Gondelabsturz – zwei Kinder schwer verletzt
Eine Seilbahngondel ist im Urlaubsort Stresa abgestürzt, an Bord sollen auch Touristen aus Deutschland gewesen sein. Zwei Kinder liegen schwer verletzt im Krankenhaus.
Bei einem Seilbahnunglück in der italienischen Provinz Piemont sind am Sonntag 13 Menschen ums Leben gekommen. Laut italienischen Medien waren unter den 15 Menschen in der Gondel auch Touristen aus Deutschland. Das Auswärtige Amt ermittelt dazu, äußerte sich auf Nachfrage von t-online bislang aber nicht weiter. Auch die italienische Bergwacht konnte auf Nachfrage von t-online keine Angaben zur Herkunft der Verunglückten machen. Zuvor war von neun Todesopfern berichtet worden.
Erste Aufnahmen von der Unglückstelle sehen Sie hier im Video.
Zwei Kinder wurden der Bergwacht zufolge mit Rettungshubschraubern in eine Klinik geflogen. Ihr Zustand sei kritisch. Bei den verletzten Kindern handelt es sich laut „Corriere della Serra“ um einen Fünfjährigen und eine Neunjährige, sie sind auf einer Intensivstation in Turin.
Das Unglück ereignete sich im Urlaubsort Stresa am Ufer des Lago Maggiore. Die Gondel war auf dem Weg von dort zum Gipfel des Monte Montarrone auf 1.491 Metern. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hieß es von den Rettern. Agenturberichten zufolge lag die Absturzstelle unweit der Bergstation. Nach Angaben von Bürgermeisterin Severino war die Gondel nach ihrem Aufprall noch ein Stück den bewaldeten Berghang hinuntergerollt. Viele Menschen seien in der Gondel eingeschlossen und andere hinausgeschleudert worden. Unter den Opfern seien auch Ausländer, sagte Severino, ohne Details zu nennen.
„Die Kabine ist aus relativ großer Höhe gestürzt“
Auf Fotos ist zu sehen, wie eine Gondel auf dem Boden vor einer Waldlichtung liegt. Trümmerteile sind weit verstreut. Laut Bergrettung waren zwei Hubschrauber im Einsatz. Ein Bergretter sagte „Rainews24“: „Die Kabine der Seilbahn ist aus relativ großer Höhe gestürzt und am Fuß eines Waldes aufgeschlagen. Sie scheint erheblich zerstört zu sein, fast vollständig zusammengedrückt. Der Sturz war offensichtlich heftig.“
Die Seilbahngondel war auf dem Weg zum 1.500 Meter hohen Gipfel des Monte Montarrone und stürzte aus großer Höhe. (Quelle: Vigili del Fuoco/AP/dpa)
Die bei Touristen beliebte Seilbahn verbindet in 20 Minuten den am Lago Maggiore gelegenen Urlaubsort Stresa mit dem fast 1.500 Meter hohen Berg, der einen spektakulären Blick auf die Alpen bietet. Das Unglück ereignete sich rund 300 Meter vor dem Gipfel. „Mit großer Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa-Mottarone-Seilbahn erfahren“, teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er drücke den Familien der Opfer sein Beileid aus.
Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde der Absturz vermutlich durch einen Kabelriss im obersten Bereich der Strecke verursacht. Die Seilbahn wurde von 2014 bis 2016 überholt und erst am 24. April technisch geprüft. Die gesamte Gegend um den Lago Maggiore ist bei Urlaubern beliebt. Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder nach Monaten der Schließung wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb aufnehmen.
