Die USA sind nach der Wahl gespaltener denn je. Das spürt auch der ehemalige Präsident Barack Obama. „Markus Lanz“ hat den Demokraten in Washington zur derzeitigen Lage und seiner Zeit im Weißen Haus befragt. 

Als Barack Obama im Jahr 2009 den Posten als mächtigster Mann der USA übernahm, gab es einiges zu tun. Die Welt befand sich mitten in einer verheerenden Finanzkrise, in Afghanistan und im Irak herrschte Krieg. Im Gespräch mit ZDF-Moderator Markus Lanz in Washington gab der ehemalige US-Präsident einen Einblick in seine Zeit im Oval Office und sprach auch darüber, was er sich von der Amtszeit des neugewählten Präsidenten Joe Biden erhofft. 

„Am ersten Tag im Oval Office wird dir klar, dass alle Nachrichten in der Zeitung und im TV, alle Probleme weltweit jetzt auch deine eigenen Probleme sind“, sagte Obama zu Lanz mit Blick auf das, was nun auf den Demokraten Biden zukommt. „Das muss man erst einmal verarbeiten.“ 

Obama: Hoffnung auf ein „vernünftigeres Amerika“

Das der amtierende US-Präsident Donald Trump seine Abwahl nicht würdevoll akzeptiere, sei für ihn keine Überraschung. Die Wahl von Biden und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris macht den Politiker allerdings hoffnungsvoll: „Wir haben nun die Chance auf ein einfühlsameres und vernünftigeres Amerika“, erklärte Obama im Interview. Die tiefe Spaltung der Gesellschaft würde durch Trumps Abwahl zwar nicht verschwinden. Dennoch zeigte Obama Zuversicht, dass die Idee eines integrativen Amerikas am Ende siegen werde. Auch bei der Außenpolitik Amerikas sehe den Anbruch einer neuen Ära. Er sei überzeugt, dass Biden die transatlantischen Beziehungen wieder kitten werde.

Der zum Sieger der Wahl vom 3. November ausgerufene Biden soll am 20. Januar als Präsident vereidigt werden. Amtsinhaber Donald Trump hat seine Niederlage jedoch bisher nicht eingestanden. Er spricht von angeblichem massiven Wahlbetrug und hat eine Reihe von Klagen eingereicht. Wahlbehörden und Experten widersprechen energisch und betonen, Biden habe die Wahl rechtmäßig gewonnen.

Heftige Sicherheitsvorkehrungen machten Obama zu schaffen

Er selbst habe in seiner Zeit als Präsident vor allem mit der „Sicherheitsblase“ und dem Prominentenstatus gekämpft. Schon als Präsidentschaftskandidat habe es viele Drohungen gegen ihn gegeben. Das habe sich auch nachher nicht verändert: „Ich hatte immer gedacht, wenn ich erstmal nicht mehr Präsident bin, wird alles wieder wie vorher.“ Als besonders schwierig empfand Obama nach eigenen Worten zudem die Entscheidungen, die er zu Kriegen und zur Bekämpfung von Terrorismus treffen musste. 

Auf 768 Seiten erscheint am kommenden Dienstag der erste Band der Memoiren des ehemaligen US-Präsidenten zu seiner Amtszeit im Weißen Haus. Unter dem Titel „A Promised Land“ blickt Obama kritisch auf die Entwicklungen der US-Politik seit 2008. Zeitgleich erscheint auch die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Ein verheißenes Land“.



Source link