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Joe Biden als neuer US-Präsident vereidigt: Reaktionen aus aller Welt

Joe Biden als neuer US-Präsident vereidigt: Reaktionen aus aller Welt

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Joe Biden als neuer US-Präsident vereidigt: Reaktionen aus aller Welt

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Erleichterung und Freude im Hinblick auf Joe Biden, vernichtende Worte zur Amtszeit von Donald Trump. Staatschefs und Politiker weltweit kommentieren den Machtwechsel in den USA. 

Weltweit hießen Staatschefs am Mittwoch den neuen US-Präsidenten Joe Biden willkommen. Manch einer verabschiedete sich auch von Donald Trump. Die Stimmen könnten nicht unterschiedlicher ausfallen: 

Deutschland: „Trump war eine Gefahr für die Demokratie“

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble findet klare Worte zu Donald Trump. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zeigte sich erleichtert über den Stabwechsel in Washington. „Dass Donald Trump eine Gefahr für die Demokratie war, ist seit dem Angriff auf das Kapitol nicht mehr zu bestreiten“, sagte Schäuble dem „Handelsblatt“. Er hoffe, dass die Menschen in den USA jetzt wieder zusammenfänden. „Da kann ich dem neuen US-Präsidenten Joe Biden nur von ganzem Herzen alles Glück der Welt wünschen, dass das gelingt.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: erleichtert über Bidens Amtsstart (Quelle: Jesco Denzel/dpa)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich erfreut über den bevorstehenden Amtsantritt des neuen US-Präsidenten. „Meine Erleichterung ist groß, dass Joe Biden heute als Präsident vereidigt wird und ins Weiße Haus einzieht“, sagte Steinmeier in einer Videobotschaft. „Heute ist ein guter Tag für die Demokratie.“  

Grünen-Chef Robert Habeck: „Auch Europa muss sich ändern“ (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Der Grünen-Chef Robert Habeck sagte t-online in einem Interview auf Instagram: „Ich freue mich, dass die Regierung Trump weg ist und dass jetzt Joe Biden und Kamala Harris kommen.“ Habecks „größte Hoffnung“ sei nun, dass die USA „jetzt den internationalen Abkommen wieder beitreten“, etwa dem Pariser Klimaschutzabkommen und der Weltgesundheitsorganisation. Dann seien aber auch die Europäer wieder stärker als ernsthafte Partner gefragt. „Europa hat sich in den letzten Wochen nicht sehr damit hervorgetan, auf die USA zugegangen zu sein“, sagte Habeck. „Europa muss sich auch ändern, nicht nur die USA.“

Niels Annen, Staatsminister im Auswärtigen Amt, sagte, Joe Bidens Vereidigung werde nicht dazu führen, dass man sich in Europa zurücklehnen könne. „Es gibt jedoch die Riesen-Chance, dass wir in den großen Menschheitsfragen, wie dem Klimawandel oder auch in der Pandemie-Bekämpfung, einen fundamentalen Wandel in der Kooperation erleben werden“, sagte der SPD-Politiker der „Rhein-Neckar-Zeitung“. 

Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff hat dazu aufgerufen, den politischen Wechsel in den USA zu einer umfassenden Neubelebung der beiderseitigen Beziehungen zu nutzen. „Die Amtseinführung Joe Bidens muss Startschuss für ein transatlantisches Comeback auf allen Ebenen sein“, sagte er. Weil die neue Regierung zunächst stark mit innenpolitischen Themen beschäftigt sei, müsse „die Initiative hierfür von der Bundesregierung und den europäischen Partnern kommen“. 

Auch der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt geht von einer Entspannung aus. „Joe Biden wird uns nicht zum Sündenbock für Fehlentwicklungen in den USA machen. Er glaubt an die Zusammenarbeit mit Europa. Und wir kennen Biden gut und müssen nicht erst lange lernen, wie man mit ihm spricht.“

EU: „Endlich wieder ein Freund im Weißen Haus“

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen: glücklich mit dem Wechsel in den USA (Quelle: /Francisco Seco/AP/dpa)

„Nach vier langen Jahren wird Europa wieder einen Freund im Weißen Haus haben“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Blick auf Trumps Präsidentschaft. Die ganze Welt habe darauf gewartet, die USA wieder „im Kreis gleichgesinnter Staaten“ begrüßen zu können.

EU-Ratspräsident Charles Michel bot Biden einen „neuen Gründungspakt“ für eine bessere Zusammenarbeit an. Er gratulierte Joe Biden zur Vereidigung. Seine Glückwünsche richtete er auch an Vizepräsidentin Kamala Harris, die am Mittwoch als erste Frau in diesem Amt vereidigt wurde. „Wie alle Menschen verdient das amerikanische Volk Anführer, die sich die Hoffnungen und Sorgen der Menschen zu Herzen nehmen“, sagte Michel in einer Videobotschaft. Er vertraue Biden und Harris, dass sie genau dies täten.

Frankreich: „Kolossale Herausforderungen“

Frankreich wolle die Beziehungen zu den USA stärken und gemeinsam mit Biden „kolossale Herausforderungen“ wie die Corona-Pandemie bewältigen, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal in Paris. Bidens Zusagen, dem Pariser Klimaabkommen wieder beizutreten und den Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rückgängig zu machen, seien „äußerst wichtig“.

Großbritannien: „Hand in Hand arbeiten“

Großbritanniens Premier Boris Johnson: konnte gut mit Trump, will aber auch mit Biden. (Quelle: AP/dpa)

Premierminister Boris Johnson, der wegen seiner Nähe zu Trump Kritik einstecken musste, will auch mit dessen Nachfolger Biden eng zusammenarbeiten. „In unserem Kampf gegen Covid und in den Bereichen Klimawandel, Verteidigung, Sicherheit sowie bei der Förderung und Verteidigung der Demokratie sind unsere Ziele die gleichen und unsere Nationen werden Hand in Hand daran arbeiten, sie zu erreichen“, erklärte Johnson. 

Italien: „Großer Tag für die Demokratie“

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat dem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten zur Vereidigung gratuliert. „Ich wünsche Präsident Joe Biden und Vize-Präsidentin Kamala Harris gute Arbeit“, schrieb der Regierungschef am Mittwoch auf Twitter. „Das ist ein großer Tag für die Demokratie, der über die Grenzen Amerikas hinausgeht.“

Nato: „Beziehungen weiter stärken“

Jens Stoltenberg (v.l.) und Donald Trump: Bei einem Treffen in England blieben die Richtungen unklar. (Quelle: Francisco Seco/AP/dpa)

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hofft auf eine gute Kooperation mit Washington. „Wir freuen uns darauf, mit dem gewählten Präsidenten Joe Biden zusammenzuarbeiten und die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa weiter zu stärken angesichts der globalen Herausforderungen, die keiner von uns alleine bewältigen kann“, schrieb er im Onlinedienst Twitter. Die Vereidigung Bidens bezeichnete er als „Beginn eines neues Kapitels für das transatlantische Bündnis“.

Russland: Verhältnis vom neuen Präsidenten abhängig

Wladimir Putin: Ob es mit Biden läuft, sei von Biden abhängig, ließ er einen Sprecher mitteilen. (Quelle: Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa)

Der Kreml macht eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA vom „politischen Willen“ des künftigen US-Präsidenten abhängig. Für Russland werde sich mit Bidens Amtsantritt „nichts ändern“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Moskau werde sich „wie schon seit vielen Jahren“ weiterhin für gute Beziehungen zu Washington einsetzen. Russland bot eine Verlängerung des letzten großen Abkommens über die atomare Abrüstung beider Länder an. Unmittelbar nach Bidens Vereidigung teilte das Außenministerium mit: „Wir vertrauen darauf, dass die neue US-Regierung im Dialog mit uns eine konstruktivere Haltung einnehmen wird.“ 

Israel

Benjamin Netanyahu: Der israelische Premierminister sprach von einer „warmen persönliche Freundschaft“ mit Biden. (Quelle: UPI Photo/imago images)

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu äußerte nach der Vereidigung Bidens die Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit. „Präsident Biden, wir unterhalten seit Jahrzehnten eine warme persönliche Freundschaft“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Er freue sich auf eine Zusammenarbeit mit Biden, „um das Bündnis zwischen USA und Israel weiter zu stärken, den Frieden zwischen Israel und der arabischen Welt auszuweiten und sich gemeinsamen Herausforderungen zu stellen, vor allem der Bedrohung durch den Iran“, sagte der israelische Ministerpräsident. Er wünsche Biden den größten Erfolg.

Iran: „Ära eines Tyrannen endet“ 

Hassan Ruhani: Die USA gelten als Erzfeind des Iran, mit Trump war das Verhältnis besonders schlecht. (Quelle: Ebrahim Seydi/Iranian Presidency/dpa)

Der iranische Staatschef Hassan Ruhani stellte dem scheidenden US-Präsidenten Trump ein vernichtendes Zeugnis aus. „Die Ära eines weiteren Tyrannen endet und heute ist der letzte Tag seiner schrecklichen Herrschaft“, sagte Ruhani bei einer Kabinettssitzung. Trumps Präsidentschaft habe nur „Ungerechtigkeit und Korruption hervorgebracht und Probleme geschaffen für sein eigenes Volk und die Welt“.

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