Connect with us
img

Selected News

Nahostkonflikt – Raketenalarm in Tel Aviv – Lufthansa setzt Flüge aus

Nahostkonflikt – Raketenalarm in Tel Aviv – Lufthansa setzt Flüge aus

NEUIGKEITEN

Nahostkonflikt – Raketenalarm in Tel Aviv – Lufthansa setzt Flüge aus

Auf die Raketenangriffe auf Israel könnte womöglich eine Bodenoffensive in Gaza folgen. Das israelische Militär sammelt an der Grenze Panzer und Truppen. Alle Infos im Newsblog.

Seit Beginn der Woche eskaliert der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis wieder massiv. Palästinensische Terroristen feuerten Hunderte Raketen auf Israel ab, die israelische Luftwaffe antwortete mit massiven Angriffen auf den Gazastreifen. Beide Seiten haben Opfer zu beklagen.

Auslöser der neuen Gewalt waren Ausschreitungen an der Al-Aksa-Moschee in Ost-Jerusalem zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften, sowie Räumungspläne für Häuser palästinensischer Familien in Ost-Jerusalem, die auf von jüdischen Siedlern beanspruchtem Gebiet stehen. Die aktuelle Entwicklung in dem Konflikt verfolgen Sie im Newsblog. 

Israel zieht Militär an Grenze zu Gaza zusammen

Das israelische Militär hat Kampftruppen und Panzer an der Grenze zum Gazastreifen zusammengezogen. Wie die israelische Internetzeitung „The Times of Israel“ berichtet, hat das israelische Militär seinen Soldaten den Wochenendurlaub gestrichen und zudem 7.000 Reservisten aufgerufen. Die Zeitung beruft sich auf den Sprecher der Israel Defence Forces (IDF), Hidai Zilberman. 

„The Times of Israel“ schließt daraus, dass das Militär eine mögliche Bodenoffensive vorbereitet. Der britische „Guardian“ berichtet, dass die Pläne für eine mögliche Bodenoffensive noch im Anfangsstadium stecken und noch nicht abgesegnet seien. Sie sollten am Donnerstag der Militärführung präsentiert werden, die dann entscheiden, ob sie sie der Regierung vorlegen würden. 

Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, das Zusammenziehen der Truppen erinnere an die Kriege von 2014 und 2008/2009. Damals war das israelische Militär nach heftigen Raketenbeschüssen aus dem Gazastreifen mit Bodentruppen einmarschiert, um die Angriffe zu unterbinden und Schmugglertunnel zu zerstören. 

Israel fordert von UNO Verurteilung „wahlloser Angriffe“ aus Gaza

Israel hat angesichts der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten die UNO aufgefordert, die „wahllosen Angriffe“ aus dem Gazastreifen zu verurteilen. In einem Brief forderte Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen und in den USA, Gilad Erdan, am Donnerstag von der internationalen Gemeinschaft, die Angriffe auf „israelische Zivilisten und Wohngebiete unmissverständlich zu verurteilen und Israels grundlegendes Recht auf Selbstverteidigung zu unterstützen“.

Frankreichs Innenminister lässt Nahost-Demonstrationen verbieten

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin lässt geplante Nahost-Demonstrationen in Paris verbieten. 2014 sei die öffentliche Ordnung massiv gestört worden, teilte Darmanin am Donnerstag via Twitter als Begründung mit. Tausende Menschen hatten vor sieben Jahren gegen die damalige israelische Militäroffensive im Gazastreifen demonstriert. Bei Ausschreitungen attackierten Randalierer auch eine Synagoge und jüdische Geschäfte.

Er habe den Pariser Polizeipräfekten angewiesen, die Demonstrationen am Samstag zu untersagen, so Darmanin. Auf die Demonstrationen ging er nicht weiter ein. Die Präfekten seien als oberste Vertreter des Zentralstaates in den einzelnen Regionen aufgefordert worden, besonders wachsam zu sein.

Raketenalarm in Tel Aviv – Lufthansa setzt Flüge aus

In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist am Donnerstag erneut Raketenalarm ausgelöst worden. In der Stadt waren heulende Warnsirenen und Explosionen zu hören. Es ist die fünfte Angriffswelle seit Dienstagabend. Die Küstenmetropole, Israels Wirtschaftszentrum, wurde in der Nacht zum Mittwoch so heftig mit Raketen beschossen wie nie zuvor.

Von einer Hamas-Rakete zerstörtes Haus zehn Kilometer vor Tel Aviv: Fluglinien stellen wegen der Gewalteskalation den Verkehr ein. (Quelle: ITAR-TASS/imago images)

Wegen der Eskalation setzt die Lufthansa ihre Flüge nach Tel Aviv bis einschließlich diesen Freitag aus. Geplant ist, den Flugbetrieb nach Israel voraussichtlich ab Samstag wieder aufzunehmen, wie das Unternehmen auf Anfrage am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die Lufthansa verfolge aufmerksam die aktuelle Lage in Israel und stehe dabei weiterhin im engen Austausch mit den Behörden, Sicherheitsdienstleistern und den eigenen Mitarbeitern vor Ort.

Israels Militär greift Panzerabwehr-Trupps der Hamas an

Die israelische Armee hat am Donnerstag nach eigenen Angaben mehrere Gruppen von Hamas-Kämpfern beschossen, die Panzerabwehrraketen abfeuern wollten. Bis Mittag seien insgesamt vier militante Trupps aufgespürt und angegriffen worden, teilte das Militär am Donnerstag mit. Zudem hätten Streitkräfte ein Militärgelände mit drei Vorrichtungen zum Abschuss von Panzerabwehrraketen auf einem Gelände der Hamas getroffen.

Weiterlesen

Nach Darstellung der israelischen Cogat-Behörde beschoss die Hamas mit einer Rakete versehentlich eine Stromleitung in Gaza. Nach Angaben der israelischen Armee gingen seit Montagabend insgesamt rund 400 Raketen noch im Gazastreifen nieder und erreichten Israel nicht. 230.000 Menschen seien ohne Strom.

Auch Leitungen von Kläranlagen sollen nach Angabe der Behörde beschädigt worden sein. Zudem hat die Hamas demnach eine Entsalzungsanlage abgeschaltet. Eine Viertel Million Menschen soll deshalb von der Wasserversorgung abgeschnitten sein. Weitere Details nannte die Behörde nicht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. Die Cogat-Behörde ist für die für Verbindungen Israels mit der palästinensischen Seite zuständig.

Gantz kündigt „deutliche Verstärkung“ von Sicherheitskräften an

Angesichts der Unruhen zwischen jüdischen und arabischen Israelis hat Verteidigungsminister Benny Gantz eine „deutliche Verstärkung“ der Sicherheitskräfte in ganz Israel angekündigt. „Es ist jetzt notwendig, die Kräfte vor Ort deutlich zu verstärken, um Recht und Ordnung durchzusetzen“, sagte Gantz am Donnerstag. Bei den Kräften handele es sich um Reservisten der israelischen Grenzpolizei.

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz (Archivbild): „Es ist jetzt notwendig, die Kräfte vor Ort deutlich zu verstärken.“ (Quelle: UPI Photo/imago images)

Die Grenzpolizei wird normalerweise größtenteils im von Israel besetzten Westjordanland eingesetzt. Vor dem Hintergrund des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen und den Vergeltungsangriffen der israelischen Armee haben seit Montag in mehreren israelischen Städten auch die Spannungen zwischen jüdischen und arabischen Israelis stark zugenommen. Die Polizei berichtete am späten Mittwochabend von gewaltsamen Zwischenfällen in Akko, Haifa, Bat Yam und Lod. 

„Die Gewalt innerhalb Israels hat ein Ausmaß erreicht, wie man es seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat“, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld der Nachrichtenagentur AFP. Mehrere hundert Menschen seien festgenommen worden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu prangerte die Gewalt als „inakzeptabel“ an.

Israels Staatspräsident warnt vor Bürgerkrieg

Der israelische Staatspräsdent Reuven Rivlin warnte im israelischen Fernsehen vor einem „Bürgerkrieg“. Er rief die Israelis auf, den „Wahnsinn“ zu stoppen, der sich auf den Straßen der jüdisch-arabischen Städte abspielt. „Wir sind gefährdet durch die Raketen, die auf unsere Bürger abgefeuert werden und wir beschäftigen uns mit einem unsinnigen Bürgerkrieg zwischen uns selbst.“Medienberichten zufolge wurden in den letzten Tagen in verschiedenen Städten Menschen attackiert und teilweise lebensgefährlich verletzt. Auch Geschäfte wurden zerstört und Autos angezündet. „Ich rufe auf und bitte alle lokalen Führer, religiösen Führer, Bürger und Eltern. Tun Sie alles, was Sie können, um diese schreckliche Sache, die vor unseren Augen geschieht, zu stoppen“, sagte Staatspräsdent Reuven Rivlin.

Knapp jeder Fünfte Israeli ist palästinensischer Herkunft. Die radikalislamische Hamas begrüßte die Gewalt in israelischen Städten und rief die Palästinenser dazu auf, sich gegen den „Feind“ zu erheben.  

Israels Militär: Mehr als 1.600 Raketen aus Gazastreifen abgefeuert

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben des israelischen Militärs bislang insgesamt mehr als 1.600 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 400 davon seien noch in dem Küstengebiet niedergegangen, sagte Sprecher Jonathan Conricus am Donnerstagmorgen.

Die Erfolgsquote des Abfangsystems Eisenkuppel („Iron Dome“) betrage weiterhin im Schnitt rund 90 Prozent. Dem Sprecher zufolge starben seit Beginn des Beschusses aus dem Gazastreifen am Montagabend bislang sieben Menschen in Israel, sechs Zivilisten und ein Soldat. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza starben seit Beginn der Eskalation der Gewalt am Montagabend in dem Küstengebiet 67 Menschen, darunter 17 Kinder. 388 Menschen seien verletzt worden.

(Quelle: dpa)

Conricus sagte, das israelische Militär habe bislang rund 600 Ziele im Gazastreifen beschossen, darunter Stätten zur Produktion von Raketen und Lagerräume. Angegriffen worden sei zuletzt auch ein Tunnel, der Kämpfern unter anderem als Versteck gedient habe. Dieser sei unter einer Schule in besiedeltem Gebiet gegraben worden.

Israelische Polizei: Fünf Verletzte nach Raketenangriffen

Bei den Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf Israel sind in der Nacht auf Donnerstag nach Angaben der Polizei fünf Menschen in Petach Tikwa leicht verletzt worden. Wie ein Sprecher am Morgen mitteilte, gab es einen direkten Treffer in der Stadt. Ein Gebäude und dessen Umgebung seien schwer beschädigt worden. Fünf Menschen seien leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Experten zur Kampfmittelbeseitigung seien vor Ort. Petach Tikwa liegt im Osten der Küstenmetropole Tel Aviv.

Rettungsdienste versorgen einen Verletzten in Israel: Bei Raketenangriffen wurden Menschen verletzt. (Quelle: Avshalom Sassoni/AP/dpa)

Angaben der Armee: 130 Raketen auf Israel

Militante Palästinenser haben nach Angaben der israelischen Armee in den vergangenen Stunden Dutzende Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Seit 20.00 Uhr am Mittwochabend wurden rund 130 Starts registriert, schrieb die Armee am Donnerstagmorgen bei Twitter. Etwa 25 seien noch im Gazastreifen niedergegangen, Dutzende seien vom Abwehrsystem Eisenkuppel („Iron Dome“) abgefangen worden. Auch in der Küstenmetropole Tel Aviv waren in der Nacht wieder Warnsirenen ertönt.

Wütender Mob prügelt Araber mit Knüppeln bewusstlos

In Bat Jam südlich von Tel Aviv attackierten ultrarechte Juden nach Medienberichten arabische Geschäfte.Ein mutmaßlich arabischer Einwohner wurde von einer jüdischen Menge brutal mit Knüppeln angegriffen. Vom israelischen Sender Kan übertragene Livebilder zeigten, wie Dutzende Angreifer den Mann gewaltsam aus seinem Auto zerrten und ihn bewusstlos prügelten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Erstmals seit Beginn der Eskalation Raketenalarm im Norden Israels

Erstmals seit Beginn der Gewalteskalation in Israel ist auch im Norden des Landes Raketenalarm ausgelöst worden. In der Jesreel-Ebene ertönten in der Nacht zu Donnerstag Alarmsirenen, wie das israelische Militär mitteilte. Auch für die Wirtschaftsmetropole Tel Aviv im Zentrum des Landes wurde eine Raketenwarnung ausgegeben. 

Berichte: Israel will verstärkt „Symbole der Hamas-Herrschaft“ angreifen

Israels Sicherheitskabinett hat nach Medienberichten eine Ausweitung des Militäreinsatzes gegen die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas beschlossen. Die Armee solle von sofort an gezielt „Symbole der Hamas-Herrschaft“ in dem Palästinensergebiet angreifen, berichtete der Sender Kanal 12 am Mittwochabend. Es sei bereits die Zerstörung des Finanzministeriums im Herzen der Stadt Gaza angekündigt worden. Dies solle der Hamas die finanzielle Kontrolle im Gazastreifen erschweren.

Gaza: Der Al-Sharouk-Tower, in dem Hamas-Medien ihren Sitz hatten, wurde bereits am Mittwoch attackiert. Israel will die Angriffe jetzt wohl ausweiten. (Quelle: Bashar Taleb/imago images)

Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen waren nach Angaben des von der Hamas geführten Innenministeriums schon alle Polizeigebäude in dem Küstengebiet zerstört worden. Die Hamas wird von Israel und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnt den Berichten zufolge eine Waffenruhe zu diesem Zeitpunkt ab.  

Biden spricht mit Netanjahu – USA schicken Spitzendiplomaten

Vor dem Hintergrund der eskalierenden Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern hat US-Präsident Joe Biden mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu telefoniert. Das sagte Biden am Mittwoch (Ortszeit) im Weißen Haus. Der US-Präsident betonte zugleich: „Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen.“ Biden äußerte seine Hoffnung, dass die Gewalt bald gestoppt werden könne. Seine Regierung hatte sich zuvor zutiefst besorgt gezeigt und die Konfliktparteien eindringlich zur Deeskalation aufgerufen.

US-Außenminister Antony Blinken sagte am Mittwoch, er habe den zuständigen Spitzendiplomaten Hady Amr gebeten, umgehend in die Region zu reisen und sich mit Vertretern beider Seiten zu treffen. Amr werde auch in Bidens Namen auf eine Deeskalation drängen.

Blinken verurteilte die Raketenangriffe der „Terrororganisation Hamas“ aus dem Gazastreifen auf israelische Zivilisten auf das Schärfste. „Israel hat das Recht, sich zu verteidigen“, sagte er. „Die Palästinenser haben ein Recht darauf, in Sicherheit zu leben. Und das Wichtigste ist jetzt, die Gewalt einzudämmen.“ Der Minister fügte hinzu, die USA seien weiterhin einer Zweistaatenlösung verpflichtet. „Diese Gewalt bringt uns weiter weg von diesem Ziel.“

Ausschreitungen in mehreren israelischen Städten 

Zwischen jüdischen und arabischen Israelis ist es am Mittwoch in mehreren israelischen Städten zu schweren Konfrontationen gekommen. Trotz einer Ausgangssperre flammten Unruhen in der Stadt Lod in der Nähe von Tel Aviv erneut auf. Nach Medienberichten wurde in der Stadt ein Polizeifahrzeug in Brand gesetzt. In Akko im Norden des Landes wurde nach Angaben des israelischen Fernsehens ein jüdischer Einwohner von arabischen Demonstranten lebensgefährlich verletzt. Hier lesen Sie mehr.

Hamas will Angriffe auf Israel fortsetzen

Die Kämpfe zwischen Israel und den Palästinensern sind am Mittwoch mit unverminderter Härte fortgeführt worden. Das israelische Militär berichtete von mehr als 1.000 Raketen, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden. Die radikal-islamische Hamas richtete nach eigenen Angaben allein auf Tel Aviv und Beerscheba mehr als 200 Geschosse. Israels Luftwaffe flog seinerseits Hunderte Luftangriffe. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gab die Tötung des Brigade-Kommandeurs für Gaza bekannt. „Das ist nur der Anfang“, sagte er. Die Islamisten-Organisation bestätigte den Tod des Kommandeurs und anderer hochrangiger Mitglieder. Hamas-Chef Ismail Hanijeh sprach von einer „unbefristeten Konfrontation mit dem Feind“.

Israel, Holon: Israelische Feuerwehrleute inspizieren einen verbrannten Bus, nachdem dieser von einer Rakete aus dem Gazastreifen getroffen wurde. (Quelle: Oren Ziv/dpa)

Bei den seit Montag anhaltenden Kämpfen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen mindestens 56 Menschen dort getötet worden. Auf israelischer Seite wurden sechs Tote gemeldet. Dem israelischen Militär zufolge geht ein Drittel der palästinensischen Raketen vorzeitig nieder und könnte damit die eigene Bevölkerung getroffen haben. Früheren Angaben zufolge fängt die Luftabwehr etwa 90 Prozent der palästinensischen Geschosse ab, die die Grenze überqueren. 

Russland und UN sprechen sich für Treffen des Nahost-Quartetts aus

Angesichts der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern haben UN-Generalsekretär António Guterres und Russlands Außenminister Sergej Lawrow sich für ein Treffen des Nahost-Quartetts ausgesprochen. „Wir sind heute zu der gemeinsamen Auffassung gekommen, dass die dringendste Aufgabe in der Einberufung des Quartetts der internationalen Vermittler besteht“, sagte Lawrow nach einem Treffen mit Guterres am Mittwochabend in Moskau. Die Gruppe besteht aus den USA, Russland, den Vereinten Nationen und der EU.

„Wir sind voll bereit, die Arbeit des Quartetts wieder aufzunehmen und zu einem Dialog zwischen den Seiten (…) beizutragen“, sagte Guterres. Die Vereinten Nationen unterstützten alle Schritte, die zu einer Deeskalation der Lage im Nahen Osten beitrügen. Die Einheit des UN-Sicherheitsrats sei ein sehr wichtiger Faktor für die Lösung der Situation.

USA schicken Spitzendiplomaten nach Nahost 

Die US-Regierung hat sich zutiefst besorgt über die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gezeigt und die Konfliktparteien eindringlich zur Deeskalation aufgerufen. US-Außenminister Antony Blinken sagte am Mittwoch in Washington, er habe den zuständigen Spitzendiplomaten Hady Amr darum gebeten, umgehend in die Region zu reisen und sich mit führenden Vertretern beider Seiten zu treffen. Amr werde auch im Namen von US-Präsident Joe Biden auf eine Deeskalation der Gewalt drängen.

Blinken verurteilte die Raketenangriffe der „Terrororganisation Hamas“ aus dem Gazastreifen auf israelische Zivilisten auf das Schärfste. „Israel hat das Recht, sich zu verteidigen“, sagte er. „Die Palästinenser haben ein Recht darauf, in Sicherheit zu leben. Und das Wichtigste ist jetzt, die Gewalt einzudämmen.“ Der Minister fügte hinzu, die USA seien weiterhin einer Zweistaatenlösung verpflichtet. „Diese Gewalt bringt uns weiter weg von diesem Ziel.“

Israels Luftwaffe zerstört weiteres Hochhaus in Gaza

Israelische Kampfflugzeuge haben ein weiteres von Militanten genutztes Hochhaus in Gaza zerstört. In dem 14-stöckigen Gebäude hatten sowohl die islamistische Hamas als auch der militante Islamische Dschihad Büros. Allerdings gab es auch Cafés und Geschäfte in dem Haus. Videos zeigten, wie das Haus nach dem Angriff einstürzte.

Ein Hochhaus in Gaza steht nach Angriffen der israelischen Luftwaffe in Flammen: Die Kämpfe halten seit Montag an. (Quelle: IBRAHEEM ABU MUSTAFA/Reuters)

Die Luftwaffe hatte zuvor auch das Haus eines ranghohen Mitglieds der islamistischen Hamas zerstört. Das Gebäude diente demnach als Waffenlager. Insgesamt zerstörte das Militär seit Dienstag bislang drei Hochhäuser.

Nach Raketenangriff: Fünfjähriger Junge gestorben

Nach einem Raketenangriff von Militanten aus Gaza auf die israelische Stadt Sderot ist ein fünf Jahre alter Junge gestorben. Die Stadtverwaltung bestätigte am Abend entsprechende Meldungen von Sanitätern. Sechs weitere Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. 

Die radikalislamische Hamas erklärte, sie habe Sderot, Aschkelon und Netivot als Vergeltung für die israelischen Angriffe auf das Al-Scharuk-Hochhaus in Gaza und mehrere Hamas-Anführer ins Visier genommen.

Russland: Hamas-Vertreter deutet Bereitschaft zum Ende der Kämpfe an

Ein hochrangiger Hamas-Vertreter hat nach russischen Angaben eine Bereitschaft zur Einstellung der Angriffe auf Israel signalisiert. Dies müsse auf „gegenseitiger Basis“ erfolgen, forderte das Außenministeriums in Moskau in einer Erklärung vom Mittwoch.

Der Vertreter der radikal-islamischen Organisation habe einem russischen Staatssekretär zudem erklärt, die Staatengemeinschaft solle auf Israel einwirken, um den Einsatz von Gewalt durch Sicherheitskräfte an der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem zu stoppen. Ausschreitungen dort waren dem gegenseitigen Beschuss von Israel und radikalen Palästinensern vorangegangen, der seit Montag anhält.

USA blockieren gemeinsame Stellungnahme des Sicherheitsrats

Die USA haben eine gemeinsame Stellungnahme des UN-Sicherheitsrates zur eskalierenden Gewalt in Nahost Kreisen zufolge zunächst blockiert. Diplomatenangaben zufolge sehen die Vereinigten Staaten ein solches Statement als nicht hilfreich für eine Deeskalation zwischen Israelis und Palästinensern. Auch die Mitarbeit an einer kürzeren Mitteilung, sogenannten Elementen, lehnten die Amerikaner bei der Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums am Mittwoch in New York demnach erst einmal ab.

Der 15-köpfige Rat konnte sich wegen den USA bereits bei einer ersten Sitzung am Montag nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme einigen. Ein Entwurf Norwegens vom Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sah die Erklärung der tiefen Besorgnis über die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern vor und forderte die sofortige Einstellung aller Kämpfe unter anderem in Gaza und Ost-Jerusalem. Bei der Sitzung am Mittwoch hatten die Vereinten Nationen den Sicherheitsrat laut Diplomaten zuvor vor einem großen Krieg gewarnt.

Hamas feuert 15 Raketen auf israelischen Atomreaktor

Der militärische Arm der islamistischen Hamas-Organisation hat nach eigenen Angaben am Mittwoch 15 Raketen in Richtung der israelischen Wüstenstadt Dimona abgefeuert. Dort befindet sich ein israelischer Atomreaktor, der allerdings als extrem gut geschützt gilt. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, er könne nicht bestätigen, dass Raketen entsprechend abgefeuert worden seien oder in der Umgebung landeten.

Seit Montagabend kurz nach 18.00 Uhr beschießen militante Palästinenser im Gazastreifen Israel mit Raketen. Israels Armee reagiert darauf mit Angriffen auf Ziele im Gazastreifen, vor allem durch die Luftwaffe. Am Mittwochnachmittag begannen neue massive Raketenangriffe auf israelische Städte, darunter Beerscheva, Aschkelon und Aschdod.

Israel verkündet Tötung ranghoher Hamas-Vertreter

Bei gezielten Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben der israelischen Armee und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet mehrere hochrangige Vertreter der dort herrschenden Hamas getötet worden. Diese stünden Mohammed Deif nahe und seien Teil des militärischen Stabs der Hamas, erklärten Armee und Geheimdienst am Mittwoch.

Deif ist ein legendärer Militärchef der islamistischen Hamas. Israel hat jahrelang immer wieder vergeblich versucht, ihn zu töten. Im August 2014 kamen bei einem Luftangriff Israels im Gazastreifen die Frau des Hamas-Führers sowie zwei seiner Kinder ums Leben. Die Hamas verkündete direkt anschließend, Deif habe überlebt. Zuletzt war Deif erstmals seit langem wieder öffentlich aktiv geworden und hatte Israel im Rahmen des Konflikts um Jerusalem gedroht.

Die Einsätze gegen die Hamas-Vertreter erfolgten den israelischen Angaben zufolge gleichzeitig in Chan Junis und Gaza. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt. Die Namen der Getöteten sollten später veröffentlicht werden. 

Israelischer Soldat durch Rakete aus dem Gazastreifen getötet

In Israel ist ein Soldat durch eine Rakete aus dem Gazastreifen getötet worden. Wie die israelische Armee am Mittwoch mitteilte, wurde der 21-Jährige bei einem Einsatz zum Schutz von Dörfern nahe der Grenze von einer Panzerabwehrrakete aus dem Gazastreifen getroffen und tödlich verletzt.

Die Essedin-al-Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, hatte nach eigenen Angaben am Mittwochmorgen ein israelisches Armeefahrzeug mit einer Rakete beschossen.

Israels Verteidigungsminister: Gibt kein Enddatum für Gaza-Einsatz

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat die Bürger des Landes auf einen längeren Militäreinsatz im Gaza-Konflikt eingestimmt. Die Streitkräfte würden ihre Angriffe fortsetzen, um vollständige und langfristige Ruhe zu erzielen, schrieb Gantz am Mittwoch nach einem Besuch in der zuletzt stark mit Raketen aus dem Gazastreifen beschossenen Stadt Aschkelon. Es gebe dafür kein Enddatum.

Putin und Erdogan verurteilen Gewalt

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Kremlchef Wladimir Putin haben den Gewaltausbruch in Nahost verurteilt. Erdogan habe in einem Telefonat mit Putin deutlich gemacht, dass die Vereinten Nationen einschreiten müssten, bevor der Konflikt weiter eskaliere, teilte das türkische Präsidialamt am Mittwoch mit. Die UN müssten „entschlossene und klare Botschaften“ finden, um die „Angriffe Israels“ zu stoppen. Erdogan sprach sich zudem dafür aus, internationale Schutztruppen zum Schutz von palästinensischen Zivilsten in die Region zu senden.

Putin zeigte sich nach Kreml-Angaben „ernsthaft besorgt“ angesichts der anhaltenden Zusammenstöße und der wachsenden Zahl von Toten und Verletzten. Die beiden Präsidenten hätten die Konfliktparteien zum Abbau von Spannungen aufgerufen, hieß es aus Moskau. Probleme müssten friedlich gelöst werden. Zudem bekräftigten Russland und die Türkei beiden Seiten zufolge eine Zwei-Staaten-Lösung in dem Konflikt. Es sei eine wichtige Botschaft, dass die Türkei und Russland im Bezug auf die Entwicklungen in Jerusalem einer Meinung seien, hieß es aus dem türkischen Präsidialbüro.

Johnson ruft Israel und Palästinenser zu Zurückhaltung auf

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sowohl Israel als auch die Palästinenser zur Deeskalation aufgerufen. „Ich bitte sowohl Israel als auch die Palästinenser dringend, vom Rand des Abgrunds zurückzutreten und Zurückhaltung zu zeigen“, schrieb Johnson am Mittwoch auf Twitter. Großbritannien sei zutiefst besorgt über die wachsende Gewalt und zivile Opfer. „Wir wollen dringend eine Deeskalation der Spannungen sehen“, so der konservative Politiker.

Erneut Raketenalarm in Tel Aviv –  Todesopfer gemeldet

Bei den bisher schwersten Raketenangriffen auf Israels Küstenmetropole Tel Aviv seit Beginn des Nahostkonflikts sind mindestens drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Rettungsorganisation Zaka starb am Dienstagabend eine Frau in der Stadt Rischon Lezion bei einem direkten Einschlag, bei einer zweiten Angriffswelle am frühen Mittwochmorgen wurden dann in Lod bei Tel Aviv eine Person und ein Kind getötet. In Jehud, ebenfalls im Großraum Tel Aviv, sei ein Haus direkt getroffen worden. Israels Luftwaffe reagierte nach eigenen Angaben mit dem umfangreichsten Bombardement des Gazastreifens seit dem Gaza-Krieg von 2014. Palästinensische Quellen sprachen von Dutzenden Toten in dem abgeschotteten Küstengebiet.

Auf israelischer Seite wurden infolge der massiven Raketenangriffe von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen nach Angaben von Sanitätern mehrere Menschen verletzt. Die Nachrichtenseite „Ynet“ berichtete, ein 84-Jähriger in Tel Aviv sei auf dem Weg zu einem Schutzraum zusammengebrochen. In der bereits tagsüber besonders schwer beschossenen Küstenstadt Aschkelon waren nach Angaben der israelischen Polizei bereits Stunden zuvor zwei Frauen bei Raketenangriffen getötet worden.

Die Hamas werde keinen Rückzieher machen, sagte ein Sprecher der militanten Islamisten im Gazastreifen. „Wenn Israel zuschlägt, schlägt der bewaffnete Widerstand zurück.“ Die israelische Armee teilte in der Nacht mit, sie habe in den vergangenen Stunden „eine Reihe wichtiger Terrorziele und Terroraktivisten im Gazastreifen getroffen“.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza stieg die Zahl der seit Montag getöteten Palästinenser auf 35, darunter zwölf Kinder und drei Frauen. 233 Menschen seien verletzt worden. Nach Berichten von örtlichen Medien und Augenzeugen wurden einige Kinder durch israelische Luftangriffe getötet, andere durch fehlgeleitete Raketen der Extremisten. Nach Angaben der israelischen Armee wurden mindestens 20 Mitglieder der islamistischen Hamas und des militanten Islamischen Dschihads getötet, darunter hochrangige Vertreter.

Hamas: Mehr als 200 Raketen auf Israel abgefeuert

Die radikalislamische Hamas hat nach eigenen Angaben am Mittwoch erneut dutzende Raketen in Richtung Israel abgeschossen. Der bewaffnete Arm der Hamas teilte mit, er feuere derzeit 110 Geschosse auf Tel Aviv und 100 weitere auf die Stadt Beerscheva ab. Die Attacke sei eine Antwort auf den Angriff des israelischen Militärs auf ein Hochhaus im Gazastreifen.

Zuvor hatte die Hamas die Zerstörung eines neunstöckigen Gebäudes im Zentrum von Gaza-Stadt gemeldet. In dem Haus befanden sich demnach Wohnungen, Geschäfte und ein örtlicher Fernsehsender. Die Hamas hatte bereits am Dienstagabend 130 Raketen auf Tel Aviv abgefeuert.

Israelische Behörden verhängen Ausnahmezustand für Stadt Lod

Die israelischen Behörden haben in der Stadt Lod den Ausnahmezustand verhängt, nachdem es nach Polizeiangaben zu „Ausschreitungen“ der arabischen Minderheit gekommen war. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe am Mittwoch grünes Licht dafür gegeben, teilte sein Büro mit. 

Sicherheitskräfte sind während Zusammenstößen mit arabischen Israelis im Einsatz in Lod: Die islamistische Hamas erklärte, 130 Raketen aus dem Gazastreifen nach Tel Aviv und Zentralisrael abgefeuert zu haben. (Quelle: Heidi Levine/dpa)

Ausschreitungen in Stadt Lod bei Tel Aviv – Synagoge in Brand gesetzt  

In der Stadt Lod bei Tel Aviv, in der Juden und Araber gemeinsam leben, ist es am Dienstagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach Medienberichten schändeten arabische Einwohner eine Synagoge und setzten sie in Brand. Außerdem seien Dutzende Autos in Brand gesetzt und Fenster von Geschäften eingeworfen worden. Der Bürgermeister von Lod, Jair Revivo, sprach im Fernsehen von einem „Bürgerkrieg“ in der Stadt und forderte eine sofortige Ausgangssperre. Auch in den arabisch geprägten Orten Akko im Norden des Landes und in Jaffa bei Tel Aviv kam es zu schweren Zusammenstößen.

Jüdische Einwohner warfen der Polizei einen kompletten Kontrollverlust vor und forderten die Entsendung von Soldaten in die Stadt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Benny Gantz einigten sich daraufhin auf die Entsendung mehrerer Bataillone von Grenzpolizisten, um in der Stadt die Ruhe wiederherzustellen.

In Lod war bei Unruhen ein 25-jähriger Araber durch Schüsse tödlich verletzt worden. Ein 34-Jähriger wurde daraufhin festgenommen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Nach Medienberichten handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen jüdischen Einwohner der Stadt. Lod liegt in der Nähe des internationalen Flughafens Ben Gurion und gilt als sozialer Brennpunkt. Die Kriminalitätsrate in der Stadt ist besonders hoch.

Eskalation in Nahost: UN-Sicherheitsrat erneut mit Notfallsitzung

Angesichts der zunehmend entfesselten Gewalt in Nahost soll der UN-Sicherheitsrat zum zweiten Mal binnen weniger Tage zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Die für Mittwochvormittag (Ortszeit) in New York angesetzten Beratungen wurden Diplomaten zufolge von China, Tunesien, Norwegen, Frankreich, Estland, Irland, St. Vincent und die Grenadinen, Niger und Vietnam initiiert. Der UN-Nahostbeauftragte Tor Wennesland soll das mächtigste UN-Gremium bei dem Treffen hinter verschlossenen Türen über die Lage informieren.

Der 15-köpfige Rat konnte sich bei einer ersten Sitzung am Montag nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme einigen. Ein Entwurf Norwegens sah Kreisen zufolge neben der Verurteilung der Gewaltspirale zwischen Israelis und Palästinensern auch die Erklärung der Besorgnis über mögliche Vertreibungen von palästinensischen Familien aus Ost-Jerusalem vor. Diese Positionierung sei aber am Widerstand der USA gescheitert, hieß es.

Zwei Tote bei Raketenangriffen

Bei einem Raketenangriff militanter Palästinenser im Gazastreifen auf die Umgebung von Tel Aviv sind dort am Dienstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Medienberichten kam in der Stadt Rischon Lezion eine Frau bei einem direkten Einschlag der Rakete ums Leben. Die Rettungsorganisation Zaka bestätigte den Todesfall.

In der Stadt Cholon südlich von Tel Aviv wurde am Dienstagabend ein Bus getroffen, er brannte aus. Dabei starb nach Angabe n von Zaka eine Frau. Mindestens sechs Menschen wurden bei dem Raketenangriff verletzt, wie die die Zeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf Rettungsdienste berichtete.

Israel will Militäroperation gegen Gazastreifen notfalls ausweiten

Nach massiven Raketenangriffen militanter Palästinenser auf den Großraum Tel Aviv hat Israels politische und militärische Führung harte Gegenangriffe angekündigt. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Dienstagabend, die militanten Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad würden einen hohen Preis für die jüngsten Angriffe auf Israel bezahlen. „Diese Operation wird Zeit brauchen, aber wir werden den Bürgern Israels die Sicherheit zurückbringen.“

Generalstabschef Aviv Kochavi sagte, Israel sei bereit, die Militäroperation „Wächter der Mauern“ notfalls auszuweiten. Israels Armee habe seit Montag „bereits 500 Ziele im Gazastreifen angegriffen und Dutzende Terroraktivisten getötet“, sagte er. Man sei fest entschlossen, den militanten Gruppierungen einen harten Schlag zu versetzen.

Ausschreitungen in mehreren Städten

Aus mehreren israelischen Städten werden Zusammenstöße zwischen Israelis und Palästinensern gemeldet. Das nachfolgende Video soll zeigen, wie Randalierer in der Stadt Ramla, südlich von Tel Aviv, ein Auto attackieren. In der Stadt soll tags zuvor eine Synagoge angegriffen worden sein.

Ölpipeline in Israel bei Raketenangriff getroffen

Bei einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist am Dienstag nach Medienberichten eine wichtige Ölpipeline im Süden Israels getroffen worden. Fernsehbilder zeigten einen großen Behälter, der in Flammen aufging. Die Leitung verläuft zwischen den Städten Aschkelon und Eilat.

Hamas: 130 Raketen auf Tel Aviv abgefeuert

Die radikal-islamische Hamas hat nach eigenen Angaben am Dienstagabend 130 Raketen auf die israelische Großstadt Tel Aviv abgefeuert. Dies sei eine Reaktion auf die Zerstörung eines 13-stöckigen Wohnblocks in Gaza durch einen israelischen Luftangriff, hieß es in einer Erklärung. Dem Sender Channel 12 zufolge traf eine Rakete ein Gebäude im Vorort Holon. Auf Bildern war auch ein brennender Bus zu sehen.

Hochhaus im Gazastreifen bei israelischem Luftangriff zerstört

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist am Dienstagabend ein Hochhaus zerstört worden. Das zwölfstöckige Haus im Stadtzentrum von Gaza, in dem sich auch mehrere Büros der radikalislamischen Hamas befanden, stürzte vollständig ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Die Anwohner des Gebäudes wurden vor dem Angriff von den israelischen Streitkräften gewarnt und angehalten, das Haus zu verlassen, wie Augenzeugen am Dienstagabend berichteten.

Rauch steigt von einem Gebäude in Gaza auf: Israel und die Hamas feuern seit Montag Hunderte Raketen aufeinander ab. (Quelle: Ibraheem Abu Mustafa/Reuters)

Maas verurteilt Raketenangriffe auf Israel scharf

Bundesaußenminister Heiko Maas hat die massiven Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel scharf verurteilt. „Dass es jetzt noch eine derartige Eskalation der Gewalt gibt, ist weder zu tolerieren noch zu akzeptieren, und das haben wir auch gegenüber der Palästinensischen Autonomiebehörde sehr deutlich gemacht“, sagte Maas am Dienstagabend bei seinem Italien-Besuch in Rom. Die Raketenangriffe müssten sofort beendet werden. „Israel hat in dieser Situation das Recht auf Selbstverteidigung“, fügte Maas hinzu.

Hunderte Raketen auf Israel abgefeuert

Militante Palästinenser haben innerhalb eines Tages rund 480 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Davon wurden rund 200 abgefangen und 150 schlugen beim Start fehl, wie das israelische Militär am Dienstagabend mitteilte. Die Armee geht aufgrund der Intensivierung der Raketenangriffe durch die im Gazastreifen herrschende, islamistische Hamas sowie die militante Gruppe Islamischer Dschihad von einer Zuspitzung des Gaza-Konflikts aus. Nach Angaben des Militärsprechers Jonathan Conricus würden die Raketen inzwischen auch auf weiter entfernte Orte im Norden des Küstengebiets abgefeuert.

Abwehrraketen werden vom Iron Dome abgefeuert: Das israelische Luftabwehrsystem schützt Israel vor allem vor Kurzstreckenraketen aus dem Gazastreifen. (Quelle: dpa)

Netanjahu kündigt härtere Angriffe im Gazastreifen an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Verschärfung der Angriffe im Gazastreifen angekündigt. Die militante Palästinenserorganisation Hamas, die den Küstenstreifen am Mittelmeer beherrscht, werde „Schläge bekommen, die sie bislang nicht erwartet“, sagte Netanjahu am Dienstag nach Angaben seines Büros nach einer Lagebesprechung mit Militärs. „Wir sind mitten im Kampf.“

Israel habe seit Montag Hunderte von Zielen der Hamas und des Islamischen Dschihads im Gazastreifen angegriffen und dabei auch Kommandeure getötet, sagte Netanjahu weiter. Die Aktion bekam inzwischen auch einen eigenen Namen: „Wächter der Mauern“. Zuvor hatten militante Palästinenser ihre Angriffe ausgeweitet und hunderte Raketen abgefeuert. Auf beiden Seiten gab es Tote.


Source link

Continue Reading
You may also like...

More in NEUIGKEITEN

To Top
error: Content is protected !!