US-Präsident Trump hat zugegeben, die Corona-Pandemie absichtlich heruntergespielt zu haben. Damit löste er viel Empörung aus. Auf eine Frage der Presse zu dem Thema, reagiert er mit einer Attacke.

US-Präsident Donald Trump hat dementiert, die Amerikaner über die Gefahr durch das Coronavirus belogen zu haben. „Ich habe nicht gelogen“, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus auf eine entsprechende Frage eines Reporters. „Ich habe gesagt, wir müssen ruhig bleiben, wir dürfen nicht in Panik geraten.“

Dann holte Trump gegen den Journalisten aus: „Wie Du deine Frage formuliert hast, ist eine solche Schande. Es ist eine Schande für den Sender ABC. Es ist eine Schande für Deinen Arbeitgeber“, sagte Trump sichtlich verärgert. Der Journalist hatte ihn zuvor gefragt, warum die Menschen im Land ihm weiter glauben schenken sollten, wenn sie doch nun wüssten, dass er zuvor über das Virus gelogen hatte.

Woodward-Buch bringt Trump in Bedrängnis

In Interviews des Investigativjournalisten Bob Woodward hatte Trump im März gesagt, er habe die Gefahr durch das Virus heruntergespielt. Die entsprechenden Passagen waren am Mittwoch in US-Medien veröffentlicht worden. Die Aussagen haben Trump kurz vor der Präsidentschaftswahl im November in Bedrängnis gebracht.

Trump argumentierte am Donnerstag, hätte Woodward gedacht, dass seine Aussagen problematisch seien, hätte er damit sofort an die Öffentlichkeit gehen sollen, statt monatelang damit zu warten. Trump wich kritischen Fragen nach der Verharmlosung der Gefahr aus, indem er auf das seiner Ansicht nach erfolgreiche Krisenmanagement seiner Regierung verwies. „Wir haben phänomenale Arbeit geleistet“, sagte er. Bald werde es einen Impfstoff geben.

US-Präsident spielt das Thema weiter herunter

Trump stellte die Lage in den USA als besser dar als in Europa. „Wenn man sich die Europäische Union im Moment ansieht, dann haben sie Ausbrüche, wie man sie noch nie zuvor gesehen haben, und offen gesagt sind ihre Zahlen auf einem Niveau, das viel schlimmer ist als die Zahlen hier“, sagte er. Als Beispiele nannte er Italien, Frankreich und Spanien. Dort haben die Infektionszahlen zwar wieder zugenommen, auch in den USA sind sie aber weiterhin auf einem hohen Niveau.

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Trump zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die USA die Krise bald überwinden würden. Einen weiteren „Shutdown“ schloss er aus. Seinem Herausforderer bei der Wahl am 3. November, Joe Biden, warf er vor, die Pandemie für politische Zwecke zu missbrauchen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Statistiken der Universität Johns Hopkins in Baltimore mehr als 191.000 Menschen in den USA nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der täglichen Neuansteckungen lag am Mittwoch bei mehr als 34.000. In absoluten Zahlen haben die USA weltweit die meisten Corona-Toten zu beklagen, nicht aber relativ zur Einwohnerzahl. In dieser Kategorie liegen die USA an siebter Stelle. In der EU hat demnach nur Spanien mehr Tote pro 100.000 Einwohner zu beklagen.





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